Die Scheidenflora – auch vaginales Mikrobiom genannt – ist ein natürliches Schutzschild gegen Infektionen. Sie besteht aus Millionen von Bakterien, die in einem fein austarierten Gleichgewicht zusammenleben und die Intimgesundheit maßgeblich beeinflussen.
Ein stabiles Gleichgewicht der Scheidenflora ist entscheidend für Ihr Wohlbefinden. Viele Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder ungewöhnlicher Ausfluss hängen mit einer gestörten Flora zusammen – und lassen sich durch gezielte Diagnostik und Behandlung oft schnell beheben.
In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst nehme ich mir Zeit, die Ursachen genau zu klären und gemeinsam mit Ihnen die richtige Behandlung zu finden.
Die Scheidenflora ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die natürlicherweise in der Scheide vorkommen. Sie bildet ein komplexes Ökosystem, das aktiv zum Schutz vor Krankheitserregern beiträgt.
Das vaginale Mikrobiom setzt sich aus verschiedenen Bakterienarten zusammen. Bei gesunden Frauen machen Milchsäurebakterien (Laktobazillen) den Hauptanteil aus – sie sind die „guten" Bakterien, die für ein stabiles Gleichgewicht sorgen.
Wichtig: Jede Frau hat eine individuelle Zusammensetzung ihrer Scheidenflora. Diese kann sich im Laufe des Lebens verändern – etwa durch hormonelle Schwankungen, Schwangerschaft oder die Wechseljahre.
Milchsäurebakterien (Laktobazillen) sind die wichtigsten Bewohner einer gesunden Scheide. Sie produzieren Milchsäure und Wasserstoffperoxid, die das saure Milieu aufrechterhalten und schädliche Keime abwehren.
Der pH-Wert einer gesunden Scheide liegt zwischen 3,8 und 4,5 – also im sauren Bereich. Dieses saure Milieu wird durch die Milchsäure der Laktobazillen erzeugt und schützt vor Infektionen.
Bei Störungen kann der pH-Wert ansteigen (basischer werden) – was das Wachstum schädlicher Bakterien begünstigt.
Das Gleichgewicht der Scheidenflora ist empfindlich und kann durch verschiedene Faktoren aus dem Gleichgewicht geraten. Die häufigsten Ursachen im Überblick:
Antibiotika bekämpfen nicht nur krankmachende Bakterien, sondern auch die nützlichen Laktobazillen der Scheidenflora. Nach einer Antibiotikatherapie kann es daher zu Pilzinfektionen oder bakteriellen Störungen kommen.
Hormone – insbesondere Östrogen – haben einen direkten Einfluss auf die Scheidenflora. Östrogen fördert die Bildung von Glykogen (ein Zucker) in den Scheidenzellen, das wiederum als Nahrung für die Laktobazillen dient.
Bei Östrogenmangel (z.B. in den Wechseljahren oder nach der Geburt) kann die Scheidenflora geschwächt sein.
Mehr dazu: Hormone & Zyklus verstehen
Während der Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel – das fördert zwar die Laktobazillen, aber der veränderte Hormonhaushalt kann auch zu einem erhöhten Risiko für Pilzinfektionen führen.
Mehr dazu: Schwangerschaft & Gesundheit
Eine gestörte Scheidenflora ist der häufigste Grund für vaginale Infektionen. Wenn das Gleichgewicht kippt, können sich schädliche Keime ausbreiten – mit spürbaren Folgen.
Der häufigste Pilz ist Candida albicans. Er gehört zur normalen Hautflora, kann sich aber bei geschwächter Scheidenflora (z.B. nach Antibiotika oder bei Stress) unkontrolliert vermehren.
Typische Symptome:
Bei einer bakteriellen Vaginose werden die Laktobazillen durch andere Bakterien (z.B. Gardnerella vaginalis) verdrängt. Der pH-Wert steigt, das schützende Milieu geht verloren.
Typische Symptome:
Wichtig: Nicht jeder Ausfluss oder jedes Unwohlsein ist gleich eine Infektion. Eine genaue Diagnose ist entscheidend – nur so kann die richtige Behandlung eingeleitet werden.
Eine gestörte Scheidenflora macht sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar. Oft sind die Symptome unspezifisch – eine genaue Untersuchung ist wichtig, um die Ursache zu finden.
Juckreiz im Intimbereich ist das häufigste Symptom – besonders bei Pilzinfektionen. Er kann so stark sein, dass er den Alltag beeinträchtigt und nachts den Schlaf stört.
Ein brennendes Gefühl – vor allem beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr – kann auf eine gereizte Schleimhaut hinweisen. Oft kombiniert mit Trockenheit oder Rötung.
Ein unangenehmer, fischartiger oder süßlicher Geruch kann auf eine bakterielle Vaginose hinweisen. Normaler Ausfluss ist geruchlos oder hat einen leicht säuerlichen Geruch.
Wann zum Arzt? Wenn Beschwerden erstmals auftreten, länger als ein paar Tage anhalten oder sich verschlimmern, sollten Sie eine gynäkologische Untersuchung durchführen lassen. Nur so kann die Ursache sicher festgestellt und gezielt behandelt werden.
Um die Ursache Ihrer Beschwerden genau zu bestimmen, führe ich in meiner Privatpraxis eine gründliche Diagnostik durch. Nur mit einer sicheren Diagnose kann die richtige Behandlung eingeleitet werden.
Zunächst besprechen wir gemeinsam Ihre Symptome, mögliche Auslöser (z.B. Antibiotika, Stress, neue Partnerin/Partner) und Ihre Vorgeschichte. Oft geben diese Informationen bereits wichtige Hinweise.
Mit einem Wattestäbchen entnehme ich eine kleine Probe von Ausfluss oder Schleimhaut. Der Abstrich ist schmerzfrei und dauert nur wenige Sekunden.
Was wird untersucht?
Der pH-Wert gibt schnelle Hinweise auf eine Störung der Scheidenflora. Mit einem einfachen Teststreifen kann ich sofort sehen, ob der pH-Wert im gesunden Bereich (3,8-4,5) liegt oder erhöht ist.
Erhöhter pH-Wert (> 4,5): Deutet auf bakterielle Vaginose oder andere bakterielle Infektionen hin
In manchen Fällen sind zusätzliche Tests sinnvoll:
Mehr zur Intimgesundheit:
Intimgesundheit – Übersicht & RatgeberDie Behandlung einer gestörten Scheidenflora richtet sich nach der Ursache. Meist lässt sich das Gleichgewicht mit gezielten Maßnahmen wiederherstellen. Auch Prävention spielt eine wichtige Rolle.
Die Behandlung hängt davon ab, welcher Erreger die Beschwerden verursacht:
Bei Scheidenpilz:
Antimykotika (pilztötende Mittel) als Creme oder Zäpfchen – meist über 3 Tage
Bei bakterieller Vaginose:
Antibiotika (z.B. Metronidazol oder Clindamycin) als Creme, Gel oder Tabletten
Bei Östrogenmangel (z.B. Wechseljahre):
Lokale Östrogenpräparate zur Unterstützung der Schleimhaut und Förderung der Laktobazillen
Probiotika sind lebende Bakterienkulturen, die die Scheidenflora wieder aufbauen sollen. Sie können als Kapseln zum Einnehmen oder als vaginale Zäpfchen angewendet werden.
Was die Studien zeigen:
In meiner Privatpraxis berate ich Sie individuell, ob Probiotika in Ihrem Fall sinnvoll sind – etwa nach einer Antibiotikatherapie oder bei wiederkehrenden Beschwerden.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information über die Scheidenflora und vaginale Gesundheit. Er ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung oder Untersuchung. Jede Frau ist individuell – eine genaue Diagnostik und auf Sie abgestimmte Behandlung können nur im Rahmen eines persönlichen Gesprächs erfolgen.
Bei Beschwerden im Intimbereich vereinbaren Sie gerne einen Termin in meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst.