Krebsvorsorge & Früherkennung

Pap-Test und HPV-Test verständlich erklärt

Der Pap-Test ist seit Jahrzehnten ein bewährtes Instrument der Krebsvorsorge und dient der Früherkennung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals. Durch regelmäßige Abstriche können Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs erkannt und behandelt werden, bevor sie zu Krebs werden.

Das Humane Papillomvirus (HPV) ist ein sehr verbreitetes Virus, das durch Hautkontakt übertragen wird. Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens damit – in den meisten Fällen ohne es zu bemerken, da das Immunsystem die Infektion erfolgreich bekämpft.

In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst führe ich beide Untersuchungen durch und erkläre Ihnen jeden Befund ausführlich. Früherkennung schützt langfristig und gibt Ihnen Sicherheit.

2026
9 Min. Lesezeit
Dr. Marcus Fischdick

Was ist der Pap-Test?

Der Pap-Test (benannt nach dem Arzt George Papanicolaou) ist ein Zellabstrich vom Gebärmutterhals zur Früherkennung von Krebsvorstufen.

Zellabstrich vom Gebärmutterhals

Mit einem kleinen Bürstchen werden oberflächliche Zellen vom Muttermund und Gebärmutterhalskanal entnommen.

Ziel der Untersuchung

Erkennung von Zellveränderungen, die auf eine Krebsvorstufe oder Krebs hinweisen können – lange bevor Symptome auftreten.

Teil der Vorsorge

Ab 20 Jahren jährlich, ab 35 alle 3 Jahre in Kombination mit HPV-Test empfohlen.

Teil der gynäkologischen Vorsorge

Der Pap-Test ist ein zentraler Bestandteil der Krebsfrüherkennung.

Mehr zur gynäkologischen Vorsorge

Was ist der HPV-Test?

Der HPV-Test weist bestimmte Hochrisiko-Typen des Humanen Papillomvirus nach, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

Nachweis bestimmter Virustypen

Es gibt über 100 HPV-Typen. Der Test konzentriert sich auf die Hochrisiko-Typen (v.a. HPV 16 und 18), die für etwa 70% der Gebärmutterhalskrebserkrankungen verantwortlich sind.

Wichtig: Die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst aus. Nur lang anhaltende Infektionen können zu Zellveränderungen führen.

Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs

Nahezu alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs (über 99%) werden durch HPV verursacht. Eine HPV-Infektion bedeutet jedoch nicht automatisch Krebs.

  • Die meisten Infektionen heilen innerhalb von 1-2 Jahren aus
  • Nur anhaltende Infektionen sind problematisch

HPV als sexuell übertragbare Infektion

HPV wird durch Hautkontakt übertragen und ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen.

Mehr zu sexuell übertragbaren Infektionen

Unterschied zwischen Pap-Test und HPV-Test

Pap-Test

Zellveränderung: Der Pap-Test untersucht die Zellen selbst und zeigt, ob bereits Veränderungen vorhanden sind.

  • Erkennt bereits vorhandene Zellveränderungen
  • Zeigt das Ergebnis der Infektion
  • Etabliert seit Jahrzehnten

HPV-Test

Virusnachweis: Der HPV-Test weist das Virus nach – auch wenn noch keine Zellveränderungen sichtbar sind.

  • Erkennt das Risiko für zukünftige Veränderungen
  • Zeigt die Ursache (das Virus)
  • Ergänzende Untersuchung

Warum beide sinnvoll sein können

Die Kombination beider Tests erhöht die Sicherheit: Der HPV-Test zeigt, ob ein Risiko besteht, der Pap-Test zeigt, ob bereits Veränderungen vorhanden sind.

Unter 30 Jahren: Meist nur Pap-Test, da HPV-Infektionen in diesem Alter sehr häufig sind und meist von selbst ausheilen.

Ab 35 Jahren: Kombination aus Pap- und HPV-Test alle 3 Jahre empfohlen.

Was bedeutet ein auffälliger Befund?

Ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch Krebs. Hier erfahren Sie, was die verschiedenen Pap-Gruppen bedeuten.

Pap I und Pap II

Unauffällig

Pap I: Normale Zellen ohne Auffälligkeiten
Pap II: Leichte entzündliche Veränderungen, aber keine bösartigen Zellen

Pap III

Kontrollbedürftig

Unklare Zellveränderungen – meist entzündlich bedingt. Kontrolle in 3-6 Monaten empfohlen. In den meisten Fällen normalisiert sich der Befund.

Pap III D und Pap IV

Abklärungsbedürftig

Deutliche Zellveränderungen (Dysplasien). Weitere Abklärung durch Kolposkopie (Lupenuntersuchung) und ggf. Gewebeentnahme erforderlich.

Pap V

Krebsverdacht

Verdacht auf bösartige Zellen. Sofortige weitere Abklärung erforderlich.

Kontrolle statt Panik

Wichtig zu wissen: Die meisten auffälligen Befunde sind gutartig und bilden sich von selbst zurück. Selbst bei Pap III D handelt es sich oft um leichte Vorstufen, die sehr gut behandelbar sind.

Häufige Ursachen für auffällige Befunde:

  • • Entzündungen
  • • HPV-Infektionen
  • • Hormonelle Veränderungen

Was passiert bei Auffälligkeiten:

  • • Kontrollabstrich nach 3-6 Monaten
  • • Kolposkopie (Lupenuntersuchung)
  • • Ggf. Gewebeentnahme

Wie läuft die Untersuchung ab?

Dauer

Der Abstrich selbst dauert nur wenige Sekunden. Die gesamte gynäkologische Untersuchung ca. 10-15 Minuten.

Schmerzen

Der Abstrich ist nicht schmerzhaft. Sie spüren nur ein kurzes Berühren oder leichtes Druckgefühl. Entspannung hilft.

Vorbereitung

Keine besondere Vorbereitung nötig. Am besten nicht während der Periode. 24h vorher keine Scheidenspülungen.

Ablauf der Untersuchung

1

Gynäkologischer Stuhl

Sie nehmen auf dem gynäkologischen Stuhl Platz.

2

Spekulum

Ein Spekulum (Untersuchungsinstrument) wird vorsichtig eingeführt, um den Muttermund sichtbar zu machen.

3

Abstrich

Mit einem kleinen Bürstchen werden Zellen vom Muttermund und Gebärmutterhalskanal entnommen.

4

Labor

Die Probe wird ins Labor geschickt. Das Ergebnis liegt nach einigen Tagen vor.

Wann sollte eine Abklärung erfolgen?

Auffälliger Pap-Befund

Bei Pap III oder höher sollte eine weitere Abklärung erfolgen – Kontrolle, Kolposkopie oder Gewebeentnahme.

Positiver HPV-Test

Ein positiver HPV-Befund bedeutet nicht automatisch eine Behandlung – oft wird zunächst kontrolliert, ob das Virus von selbst verschwindet.

Blutungsstörungen

Zwischenblutungen, Blutungen nach Geschlechtsverkehr oder nach den Wechseljahren sollten abgeklärt werden.

Ungewöhnlicher Ausfluss

Übelriechender, blutiger oder ungewöhnlicher Ausfluss sollte gynäkologisch untersucht werden.

Termin & Kontakt

Vereinbaren Sie einen Vorsorgetermin in meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst.

Telefonische Terminvereinbarung

033205 46061

Sprechzeiten

Mittwoch

16:00 – 20:00 Uhr

und nach Vereinbarung

Samstag

8:00 – 12:00 Uhr

und nach Vereinbarung

Termine nach Vereinbarung

Privatpraxis für Frauenheilkunde & Geburtshilfe

Dr. med. Marcus Fischdick
Privatpraxis Wilhelmshorst
Föhrenhang 14a
14552 Michendorf (Wilhelmshorst)

Häufig gestellte Fragen

Medizinischer Hinweis

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information zu Pap-Test und HPV-Test und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung, Beratung oder Behandlung. Bei Fragen oder auffälligen Befunden kontaktieren Sie bitte Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin.