Mehr hilfreiche Videos finden Sie auf unserem YouTube-Kanal:

Zum YouTube-Kanal
Schwangerschaft & Vorsorge

Der Mutterpass verständlich erklärt

Dr. Marcus Fischdick
8 Min. Lesezeit
Aktualisiert 2026
Happy soon-to-be mother making a list of baby's clothing in bedroom.

Der Mutterpass begleitet Sie durch die gesamte Schwangerschaft – von der ersten Vorsorgeuntersuchung bis zur Geburt. Er ist ein wichtiges medizinisches Dokument, in dem alle relevanten Daten, Untersuchungen und Befunde dokumentiert werden.

Viele Schwangere sind zunächst unsicher, was die vielen Einträge, Abkürzungen und Werte bedeuten. Das ist völlig normal – der Mutterpass enthält medizinische Fachbegriffe, die nicht immer selbsterklärend sind.

In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst nehme ich mir Zeit, Ihnen jeden Eintrag zu erklären. Sicherheit durch Transparenz – Sie sollen verstehen, was mit Ihnen und Ihrem Baby passiert. Dieser Ratgeber gibt Ihnen eine erste Orientierung.

Was ist der Mutterpass?

Der Mutterpass ist ein standardisiertes Dokument, das von Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme ausgestellt wird, sobald die Schwangerschaft festgestellt ist. Er dient mehreren wichtigen Zwecken:

1 Zweck des Mutterpasses

Der Mutterpass dokumentiert den Verlauf Ihrer Schwangerschaft und alle wichtigen medizinischen Informationen. So haben Sie, Ihr Frauenarzt, die Hebamme und im Notfall auch andere Ärzte oder die Klinik sofort Zugriff auf alle relevanten Daten.

  • Kontinuität in der Betreuung
  • Schnelle Information im Notfall
  • Transparenz für Sie als werdende Mutter

2 Wer stellt den Mutterpass aus?

Den Mutterpass erhalten Sie bei Ihrer ersten Vorsorgeuntersuchung – meist zwischen der 6. und 8. Schwangerschaftswoche – von Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme. Ab diesem Zeitpunkt wird jeder Vorsorgetermin darin dokumentiert.

Der Mutterpass gehört Ihnen – Sie sollten ihn immer bei sich tragen, besonders auf Reisen.

3 Bedeutung für die Vorsorge

Durch die systematische Dokumentation im Mutterpass können Veränderungen, Auffälligkeiten oder Risiken frühzeitig erkannt werden. Gewichtsentwicklung, Blutdruckwerte, Laborergebnisse und Ultraschallbefunde werden über die gesamte Schwangerschaft verfolgt.

Das ermöglicht eine sichere Schwangerschaft – für Sie und Ihr Baby. Regelmäßige Vorsorge und eine lückenlose Dokumentation sind die Basis für eine gute Betreuung.

Tipp: Bewahren Sie den Mutterpass immer griffbereit auf – am besten in Ihrer Handtasche. Auch bei kurzen Reisen oder Ausflügen sollte er dabei sein.

Welche Untersuchungen sind dokumentiert?

Im Mutterpass werden alle Untersuchungen und Befunde festgehalten, die während der Schwangerschaft durchgeführt werden. Hier die wichtigsten:

Blutgruppe und Rhesusfaktor

Zu Beginn der Schwangerschaft wird Ihre Blutgruppe (A, B, AB oder 0) und der Rhesusfaktor (positiv oder negativ) bestimmt. Diese Information ist besonders wichtig für den Notfall und bei Rhesusfaktor-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind.

Wenn Sie Rhesus-negativ sind und das Baby Rhesus-positiv, erhalten Sie eine prophylaktische Spritze.

Antikörper-Suchtest

Der Antikörper-Suchtest prüft, ob Sie Antikörper gegen bestimmte Blutgruppenmerkmale haben. Dies ist wichtig, um mögliche Komplikationen durch Blutgruppenunverträglichkeit zu vermeiden.

Der Test wird mehrmals während der Schwangerschaft wiederholt, um neu gebildete Antikörper frühzeitig zu erkennen.

Ultraschall-Untersuchungen

Die drei großen Ultraschall-Untersuchungen (9.–12., 19.–22. und 29.–32. Woche) werden im Mutterpass detailliert dokumentiert: Größe des Babys, Herzaktion, Fruchtwassermenge, Plazentasitz und mehr.

→ Mehr zur Ultraschall-Diagnostik

Screening-Untersuchungen

Optional können weitere Screening-Tests durchgeführt werden, z. B.:

  • Ersttrimester-Screening (Nackenfaltenmessung)
  • NIPT (nicht-invasiver Pränataltest)
  • Oraler Glukosetoleranztest (Schwangerschaftsdiabetes)

Gewicht & Blutdruck

Bei jedem Vorsorgetermin werden Ihr Gewicht und Ihr Blutdruck gemessen und im Mutterpass notiert. Diese Werte geben Hinweise auf:

Gewichtsentwicklung
Bluthochdruck (Präeklampsie-Risiko)
Wassereinlagerungen
Urinbefunde (Eiweiß, Zucker)

Wichtig: Alle diese Untersuchungen dienen dazu, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Ihre Schwangerschaft sicher zu begleiten.

Wichtige Abkürzungen erklärt

Der Mutterpass enthält viele medizinische Abkürzungen. Hier die wichtigsten im Überblick:

Die häufigsten Abkürzungen

HCG – Schwangerschaftshormon

HCG (Humanes Choriongonadotropin) ist das Hormon, das bei einer Schwangerschaft produziert wird. Es ist der Marker, den Schwangerschaftstests nachweisen. Im Mutterpass wird der HCG-Wert zu Beginn der Schwangerschaft dokumentiert.

Rh (Rhesusfaktor)

Der Rhesusfaktor ist ein Merkmal Ihrer Blutgruppe. Sie sind entweder Rhesus-positiv (Rh+) oder Rhesus-negativ (Rh-). Wenn Sie Rh-negativ sind und Ihr Baby Rh-positiv, kann es zu Komplikationen kommen – daher erhalten Sie eine prophylaktische Spritze.

Etwa 85 % der Menschen sind Rhesus-positiv, 15 % Rhesus-negativ.

SSW – Schwangerschaftswoche

Die Schwangerschaftswoche (SSW) gibt an, in welcher Woche der Schwangerschaft Sie sich befinden. Die Berechnung beginnt ab dem ersten Tag Ihrer letzten Periode – nicht ab der Befruchtung. Eine Schwangerschaft dauert im Durchschnitt 40 Wochen (280 Tage).

Beispiel: „12+3" bedeutet 12 Wochen und 3 Tage schwanger.

CTG – Wehenschreiber

Das CTG (Cardiotokographie) zeichnet die Herzfrequenz des Babys und Ihre Wehentätigkeit auf. Ab der 30. Schwangerschaftswoche wird das CTG regelmäßig durchgeführt, um sicherzustellen, dass es dem Baby gut geht.

Das CTG ist schmerzfrei und gibt wichtige Hinweise auf das Wohlbefinden Ihres Babys.

Weitere häufige Abkürzungen

ET: Errechneter Termin (Geburtstermin)
FS: Fundusstand (Höhe der Gebärmutter)
SL: Schädellage (Position des Babys)
BEL: Beckenendlage (Baby liegt mit dem Po nach unten)
AFL: Fruchtwassermenge

Fragen Sie nach: Wenn Sie eine Abkürzung nicht verstehen, fragen Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme. Es gibt keine dummen Fragen – Ihr Wohlbefinden und Ihre Sicherheit stehen im Vordergrund.

Mutterpass und Risikoschwangerschaft

Wenn im Mutterpass der Begriff „Risikoschwangerschaft" auftaucht, ist das zunächst beunruhigend. Doch was bedeutet das eigentlich?

Was bedeutet „Risiko" im Mutterpass?

Eine Risikoschwangerschaft bedeutet nicht, dass automatisch Komplikationen auftreten. Es bedeutet vielmehr, dass Sie aus verschiedenen Gründen engmaschiger betreut werden sollten, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Die meisten Risikoschwangerschaften verlaufen völlig normal – die Bezeichnung dient nur der erhöhten Aufmerksamkeit.

Häufige Gründe für eine Risikoschwangerschaft

Folgende Faktoren können im Mutterpass zur Einstufung als Risikoschwangerschaft führen:

  • Alter über 35 Jahre oder unter 18 Jahre
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Vorherige Fehlgeburten oder Frühgeburten
  • Chronische Erkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenprobleme)
  • Schwangerschaftsdiabetes oder Präeklampsie
  • Besonderheiten bei vorherigen Schwangerschaften

Wann wird besonders engmaschig kontrolliert?

Bei einer Risikoschwangerschaft werden häufigere Vorsorgetermine vereinbart, zusätzliche Ultraschall-Untersuchungen durchgeführt und bestimmte Werte engmaschiger kontrolliert. Das Ziel ist immer: Früherkennung und Prävention.

In meiner Praxis begleite ich Sie engmaschig und koordiniere bei Bedarf mit Spezialisten, um Ihre Schwangerschaft bestmöglich zu betreuen.

Weiterführende Informationen

→ Schwangerschaft: Umfassender Ratgeber

Zusammenhang mit anderen Themen

Der Mutterpass dokumentiert nicht nur die Schwangerschaft selbst, sondern auch wichtige Zusammenhänge zu anderen gesundheitlichen Themen:

Schilddrüse in der Schwangerschaft

Die Schilddrüse spielt eine zentrale Rolle während der Schwangerschaft. Eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion kann die Entwicklung des Babys gefährden und sollte frühzeitig erkannt werden. Im Mutterpass werden die Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4) dokumentiert.

Eine gut eingestellte Schilddrüse ist wichtig für:

  • Die Gehirnentwicklung des Babys
  • Den Stoffwechsel der Mutter
  • Die Vermeidung von Fehlgeburten
→ Schilddrüse und ihre Bedeutung

Fehlgeburt – Dokumentation im Mutterpass

Wenn Sie bereits eine Fehlgeburt erlebt haben, wird dies im Mutterpass dokumentiert. Diese Information ist medizinisch relevant, da vorherige Fehlgeburten das Risiko für weitere Komplikationen erhöhen können. Gleichzeitig hilft die Dokumentation, engmaschiger zu betreuen und mögliche Ursachen zu erkennen.

Eine Fehlgeburt ist emotional belastend – es ist wichtig zu wissen: Die meisten Frauen, die eine Fehlgeburt erlebt haben, tragen danach eine gesunde Schwangerschaft aus.

→ Fehlgeburt: Wann sprechen wir darüber?

Ganzheitliche Betrachtung: In meiner Praxis schaue ich nicht nur auf die aktuelle Schwangerschaft, sondern auch auf Ihre gesamte Gesundheitsgeschichte. Nur so können wir Sie optimal betreuen.

Wann sollte ich Rückfragen stellen?

Der Mutterpass ist Ihr Dokument – Sie haben jederzeit das Recht, Fragen zu stellen und Erklärungen einzufordern. Es gibt bestimmte Situationen, in denen Rückfragen besonders wichtig sind:

Unklare Abkürzungen

Wenn Sie eine Abkürzung oder einen Eintrag nicht verstehen, fragen Sie nach. Es ist Ihr Recht, alle Informationen zu verstehen.

Auffällige Werte

Wenn im Mutterpass auffällige Werte eingetragen sind, sollten Sie nachfragen: Was bedeutet das? Muss etwas unternommen werden?

Risikoschwangerschaft

Wenn Ihre Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird, klären Sie: Warum? Was bedeutet das für mich? Welche zusätzlichen Untersuchungen sind nötig?

Veränderungen im Verlauf

Wenn sich Werte im Vergleich zu vorherigen Terminen verändern (z. B. Gewicht, Blutdruck), fragen Sie nach der Bedeutung.

Ultraschall-Befunde

Lassen Sie sich die Ultraschall-Bilder und -Befunde genau erklären: Wie groß ist das Baby? Liegt die Plazenta richtig? Ist die Fruchtwassermenge normal?

Laborbefunde

Wenn Laborwerte eingetragen werden (z. B. Eisenwert, Blutzucker), fragen Sie: Sind die Werte im Normbereich? Muss ich etwas ändern?

Keine Scheu vor Fragen

In meiner Praxis nehme ich mir Zeit für Ihre Fragen. Jede Schwangere hat das Recht, alles zu verstehen, was mit ihrer Schwangerschaft zu tun hat. Fragen Sie so viel, wie Sie möchten – es gibt keine dummen Fragen.

Ihr Wohlbefinden ist entscheidend: Ein gutes Verständnis des Mutterpasses und aller Einträge gibt Ihnen Sicherheit und Vertrauen – das ist wichtig für Ihre Schwangerschaft.

Termin & Kontakt

Sie haben Fragen zu Ihrem Mutterpass oder möchten die Einträge besser verstehen? In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst nehme ich mir Zeit, Ihnen jeden Eintrag zu erklären und Ihre Schwangerschaft sicher zu begleiten.

Telefonische Terminvereinbarung

033205 46061

Sprechzeiten

Mittwoch: 16:00 – 20:00 Uhr

Samstag: 8:00 – 12:00 Uhr

und nach Vereinbarung

Privatpraxis Wilhelmshorst

Dr. med. Marcus Fischdick

Föhrenhang 14a

14552 Michendorf

Termine nach Vereinbarung

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Mutterpass

Haben Sie weitere Fragen zu Ihrem Mutterpass?

Ich erkläre Ihnen gerne jeden Eintrag

Medizinischer Hinweis

Dieser Ratgeber dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose. Die hier bereitgestellten Informationen sind sorgfältig recherchiert, können jedoch eine individuelle medizinische Betreuung nicht ersetzen. Bei gesundheitlichen Beschwerden, Fragen zum Mutterpass oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder eine Ärztin Ihres Vertrauens.