Die Schilddrüse beeinflusst den gesamten Hormonhaushalt – auch den weiblichen Zyklus. Eine Über- oder Unterfunktion kann zu Zyklusstörungen, ausbleibender Periode oder Problemen beim Kinderwunsch führen.
Viele Frauen wissen nicht, dass unregelmäßige Zyklen, starke Blutungen oder ein unerfüllter Kinderwunsch mit der Schilddrüse zusammenhängen können. Dabei ist eine Schilddrüsenstörung häufig und gut behandelbar – wenn sie erkannt wird.
Medizinische Einordnung statt Selbstdiagnose: In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst untersuche ich Ihre Schilddrüsenwerte im Zusammenhang mit Ihrem Zyklus und berate Sie individuell zu den nächsten Schritten.
Die Schilddrüse ist eine kleine Drüse im Hals, die Hormone produziert, welche den gesamten Stoffwechsel steuern – einschließlich des weiblichen Zyklus. Die wichtigsten Schilddrüsenwerte sind:
TSH wird in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet und regt die Schilddrüse zur Hormonproduktion an. Ein erhöhter TSH-Wert deutet auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin, ein niedriger Wert auf eine Überfunktion. TSH ist der wichtigste Laborwert zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion.
fT3 ist das aktivste Schilddrüsenhormon und wirkt direkt in den Zellen. Es beeinflusst den Energiestoffwechsel, die Körpertemperatur und auch die Geschlechtshormone. Bei einer Unterfunktion ist fT3 oft erniedrigt, was zu Müdigkeit, Gewichtszunahme und Zyklusstörungen führen kann.
fT4 ist das Speicherhormon der Schilddrüse und wird im Körper bei Bedarf in fT3 umgewandelt. Ein niedriger fT4-Wert deutet auf eine Unterfunktion hin, ein hoher Wert auf eine Überfunktion. Gemeinsam mit TSH ist fT4 ein wichtiger Diagnosewert.
Die Schilddrüse wird über das Gehirn gesteuert: Der Hypothalamus gibt TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) ab, das die Hypophyse zur TSH-Ausschüttung anregt. TSH wiederum regt die Schilddrüse zur Hormonproduktion an. Dieser Regelkreis ist eng mit dem System verbunden, das auch die Geschlechtshormone steuert – deshalb beeinflussen sich Schilddrüse und Zyklus gegenseitig.
Sowohl eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) als auch eine Überfunktion (Hyperthyreose) können den Zyklus beeinflussen. Die Symptome sind vielfältig:
Eine Schilddrüsenstörung kann dazu führen, dass der Zyklus unvorhersehbar wird – mal kürzer, mal länger. Die Abstände zwischen den Blutungen schwanken stark, und es wird schwierig, die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Sowohl Unterfunktion als auch Überfunktion können diese Unregelmäßigkeit verursachen.
Bei einer ausgeprägten Schilddrüsenunterfunktion kann die Periode ganz ausbleiben. Der Körper fährt sozusagen in einen Energiesparmodus, und der Eisprung findet nicht mehr statt. Auch bei einer starken Überfunktion kann die Periode ausbleiben oder sehr schwach werden.
Eine Schilddrüsenunterfunktion führt manchmal zu besonders starken oder lang anhaltenden Blutungen. Die Gebärmutterschleimhaut baut sich ungleichmäßig auf und ab, was zu starken Blutungen führen kann. Betroffene Frauen berichten oft von Erschöpfung und Eisenmangel.
Schilddrüsenstörungen können den Eisprung unterdrücken oder die Einnistung erschweren. Auch das Risiko für Fehlgeburten steigt bei nicht behandelter Schilddrüsenunterfunktion. Deshalb sollte bei Kinderwunsch immer auch die Schilddrüse überprüft werden.
Diese Symptome können auch andere Ursachen haben. Eine gründliche Diagnostik ist wichtig, um die richtige Behandlung zu finden. In meiner Praxis untersuche ich alle möglichen Ursachen für Zyklusstörungen – die Schilddrüse ist dabei ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor.
Bei unerfülltem Kinderwunsch sollte die Schilddrüse immer mit untersucht werden. Selbst eine leichte Unterfunktion (subklinische Hypothyreose) kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Bei Kinderwunsch sollte der TSH-Wert idealerweise unter 2,5 mU/l liegen – auch wenn viele Labore Werte bis 4,0 mU/l noch als normal bezeichnen. Höhere Werte können die Einnistung erschweren und das Fehlgeburtsrisiko erhöhen.
In meiner Praxis achte ich bei Kinderwunsch besonders auf diese strengeren Grenzwerte und behandle gegebenenfalls frühzeitig, um die Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft zu verbessern.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Eisprung stören oder ganz verhindern. Das liegt daran, dass die Schilddrüsenhormone direkt mit den Geschlechtshormonen FSH, LH und Östrogen zusammenspielen. Ohne regelmäßigen Eisprung ist eine Schwangerschaft nicht möglich. Die gute Nachricht: Mit einer Schilddrüsenhormonbehandlung normalisiert sich der Eisprung meist wieder.
Auch während der Schwangerschaft ist eine optimale Schilddrüsenfunktion wichtig – für die Mutter und das Baby. Der Schilddrüsenhormanbedarf steigt in der Schwangerschaft, weshalb die Dosis bei bekannter Unterfunktion oft angepasst werden muss. Ich begleite Sie auch in dieser Phase und überwache Ihre Werte regelmäßig.
Die Schilddrüse steht in engem Zusammenhang mit vielen anderen hormonellen Themen. Oft treten mehrere Störungen gleichzeitig auf:
Frauen mit PCOS haben häufiger auch Schilddrüsenstörungen – besonders Hashimoto-Thyreoiditis (eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse). Beide Erkrankungen können unregelmäßige Zyklen und Kinderwunschprobleme verursachen. Eine kombinierte Behandlung ist oft notwendig.
→ Alles über PCOSEine Schilddrüsenunterfunktion kann zu einem Progesteronmangel führen, weil der Eisprung gestört ist. Progesteron wird nach dem Eisprung vom Gelbkörper gebildet – fehlt der Eisprung, fehlt auch das Progesteron. Das kann zu einer zu kurzen zweiten Zyklushälfte oder Einnistungsproblemen führen.
→ Mehr über ProgesteronmangelNach dem Absetzen der Pille kann es dauern, bis sich der Zyklus wieder einpendelt. Manchmal kommt dabei auch eine bisher unbemerkte Schilddrüsenstörung zum Vorschein, die durch die Pille maskiert wurde. Wenn der Zyklus nach mehreren Monaten noch nicht regelmäßig ist, sollte auch die Schilddrüse überprüft werden.
→ Ratgeber: Pille absetzenIn meiner Privatpraxis schaue ich nicht nur auf die Schilddrüse, sondern auf Ihr gesamtes hormonelles Gleichgewicht. Oft hängen verschiedene Störungen zusammen und müssen gemeinsam behandelt werden.
Eine Schilddrüsenuntersuchung ist sinnvoll, wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome bemerken:
Wenn Sie seit mehreren Monaten versuchen, schwanger zu werden, und es nicht klappt, sollte die Schilddrüse mit untersucht werden. Auch bei wiederholten Fehlgeburten ist eine Schilddrüsenuntersuchung wichtig. Selbst eine leichte Unterfunktion kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Wenn Sie dauerhaft müde sind, antriebslos wirken und gleichzeitig Ihr Zyklus unregelmäßig ist, kann eine Schilddrüsenunterfunktion die Ursache sein. Auch Kälteempfindlichkeit, trockene Haut und Konzentrationsprobleme können Hinweise sein.
Unerklärliche Gewichtszunahme kann auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten, plötzlicher Gewichtsverlust auf eine Überfunktion. Wenn zusätzlich der Zyklus durcheinander gerät, ist eine Schilddrüsenuntersuchung sehr sinnvoll.
Haarausfall, brüchige Nägel und trockene Haut können auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten. Hormone beeinflussen nicht nur den Zyklus, sondern auch Haut und Haare. Wenn diese Symptome zusammen mit Zyklusstörungen auftreten, sollte die Schilddrüse untersucht werden.
Um Ihre Schilddrüsenfunktion und deren Einfluss auf Ihren Zyklus zu beurteilen, biete ich verschiedene Untersuchungen an:
Ich bestimme TSH, fT3 und fT4 im Blut. Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow) untersuche ich zusätzlich die Schilddrüsenantikörper (TPO-AK, TG-AK, TRAK). Die Blutentnahme erfolgt direkt in meiner Praxis.
Die Ergebnisse liegen meist innerhalb von 2–3 Tagen vor, und wir besprechen sie ausführlich in einem persönlichen Gespräch.
Gemeinsam besprechen wir Ihre Zykluslänge, Blutungsstärke und mögliche Auffälligkeiten. Ich schaue mir an, ob Ihr Zyklus regelmäßig ist, ob ein Eisprung stattfindet und ob die Schilddrüsenwerte mit Ihren Beschwerden zusammenpassen. Diese ganzheitliche Betrachtung hilft, die Ursache Ihrer Symptome zu finden.
Bei auffälligen Laborwerten oder tastbaren Knoten führe ich einen Ultraschall der Schilddrüse durch. So kann ich Größe, Struktur und mögliche Knoten beurteilen. Bei Bedarf überweise ich Sie auch an einen Endokrinologen für weiterführende Diagnostik.
Je nach Befund bespreche ich mit Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist meist die Einnahme von Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin) notwendig. Die Dosierung passe ich individuell an und kontrolliere regelmäßig die Werte. Auch Lebensstiländerungen und Ernährung spielen eine Rolle.
Sie haben Zyklusstörungen oder möchten Ihre Schilddrüsenwerte überprüfen lassen? In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst nehme ich mir Zeit für eine umfassende Diagnostik und individuelle Beratung.
Sprechzeiten
Mittwoch: 16:00 – 20:00 Uhr
Samstag: 8:00 – 12:00 Uhr
und nach Vereinbarung
Dr. med. Marcus Fischdick
Föhrenhang 14a
14552 Michendorf
Termine nach Vereinbarung
Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Schilddrüse und Zyklus
Haben Sie weitere Fragen zu Schilddrüse und Zyklus?
Ich berate Sie gerne persönlichDieser Ratgeber dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose. Die hier bereitgestellten Informationen sind sorgfältig recherchiert, können jedoch eine individuelle medizinische Betreuung nicht ersetzen. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens.