Der errechnete Geburtstermin ist ein wichtiger Orientierungspunkt – aber eben auch nur das: ein Richtwert. Nur etwa 4 % aller Babys kommen exakt am errechneten Termin zur Welt. Die meisten werden in einem Zeitraum von zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem Termin geboren.
Dennoch ist die Berechnung des Geburtstermins medizinisch wichtig: Sie hilft bei der Einordnung der Schwangerschaftswoche, der Planung von Vorsorgeuntersuchungen und der Beurteilung, ob eine Schwangerschaft termingerecht verläuft.
In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst berechne ich den Geburtstermin anhand Ihrer letzten Periode und bestätige ihn mit einem frühen Ultraschall. Ich erkläre Ihnen, was der Termin bedeutet und welche Faktoren ihn beeinflussen können.
Die Berechnung des Geburtstermins basiert auf einer einfachen, aber bewährten Formel:
Die Berechnung beginnt mit dem ersten Tag Ihrer letzten Menstruation – nicht mit dem Tag der Befruchtung. Das mag zunächst verwirrend sein, ist aber medizinisch etabliert und erleichtert die Vergleichbarkeit.
Beispiel: Wenn Ihre letzte Periode am 1. Januar begann, ist das der Ausgangspunkt.
Eine normale Schwangerschaft dauert im Durchschnitt 40 Wochen (280 Tage) ab dem ersten Tag der letzten Periode. Das entspricht etwa 9 Kalendermonaten oder 10 Mondmonaten (zu je 28 Tagen).
40 Wochen
280 Tage
Die klassische Formel zur Berechnung des Geburtstermins heißt Naegele-Regel und funktioniert so:
Formel:
Erster Tag der letzten Periode
+ 7 Tage - 3 Monate + 1 Jahr
Beispiel: Letzte Periode am 1. Januar → Geburtstermin: 8. Oktober
Wichtig: Diese Berechnung geht von einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus aus. Bei längeren oder kürzeren Zyklen muss die Berechnung angepasst werden.
Die Schwangerschaftswoche (SSW) ist die zentrale Einheit zur Einordnung der Schwangerschaft. Sie zeigt, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist:
1. Trimester
SSW 1–12
2. Trimester
SSW 13–27
3. Trimester
SSW 28–40
Die SSW gibt Aufschluss darüber, wie weit die Entwicklung Ihres Babys fortgeschritten ist – von der Größe einer Erbse bis hin zu einem vollständig entwickelten Baby.
Die SSW wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung im Mutterpass dokumentiert und ist die Grundlage für alle weiteren Untersuchungen.
→ Mutterpass verstehenDer Ultraschall spielt eine zentrale Rolle bei der Bestätigung und ggf. Korrektur des errechneten Geburtstermins:
Beim ersten großen Ultraschall wird die Scheitel-Steiß-Länge (SSL) des Embryos gemessen. Diese Messung ist sehr präzise und erlaubt eine genaue Bestimmung der Schwangerschaftswoche – meist genauer als die Berechnung nach der letzten Periode.
Scheitel-Steiß-Länge: Die Länge des Embryos vom Kopf bis zum Steiß ist in den ersten Wochen ein sehr zuverlässiger Marker.
Wenn die Ultraschall-Messung mehr als 5–7 Tage vom errechneten Termin abweicht, wird der Geburtstermin in der Regel korrigiert. Der Ultraschall-Termin gilt dann als der genauere Wert.
Abweichung < 5 Tage: kein Problem
Abweichung > 7 Tage: Anpassung
Die beiden weiteren großen Ultraschall-Termine (19.–22. und 29.–32. SSW) bestätigen das Wachstum und die Entwicklung des Babys. Sie dienen jedoch nicht mehr zur Korrektur des Geburtstermins.
Der Geburtstermin wird nur im ersten Trimester korrigiert, danach bleibt er fix.
Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass der errechnete Geburtstermin nicht exakt stimmt:
Die Naegele-Regel geht von einem 28-Tage-Zyklus aus. Wenn Ihr Zyklus länger ist (z. B. 32 Tage), verschiebt sich der Eisprung nach hinten – und damit auch der Geburtstermin. Bei kürzeren Zyklen ist es umgekehrt.
Faustregel: Für jeden Tag, den Ihr Zyklus länger als 28 Tage ist, verschiebt sich der Termin um einen Tag nach hinten.
Wenn Ihr Zyklus sehr unregelmäßig ist, ist die Berechnung nach der letzten Periode weniger zuverlässig. In diesem Fall ist der Frühultraschall besonders wichtig, um den Geburtstermin genau zu bestimmen.
→ Unregelmäßiger Zyklus verstehenBei Zwillingen oder Mehrlingen ist die Schwangerschaft oft kürzer. Zwillinge kommen häufig bereits um die 37. SSW zur Welt, Drillinge noch früher. Der errechnete Termin gilt hier nur als grobe Orientierung.
Zwillinge: ~37 SSW
Drillinge: ~34 SSW
Auch medizinische Faktoren können den tatsächlichen Geburtstermin beeinflussen:
Wichtig: Der errechnete Termin ist ein Richtwert. Das Zeitfenster von zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem Termin gilt als normal („Termingeburt").
In bestimmten Situationen sollten Sie nicht warten, sondern umgehend ärztliche Hilfe suchen:
Starke Bauchschmerzen, Krämpfe oder einseitige Schmerzen können auf Komplikationen hindeuten und sollten sofort abgeklärt werden.
Jede Blutung in der Schwangerschaft sollte ärztlich abgeklärt werden – auch leichte Schmierblutungen.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie weit Ihre Schwangerschaft fortgeschritten ist, hilft ein Ultraschall zur genauen Bestimmung.
Bei ungewöhnlichen Symptomen, Unsicherheiten oder wenn Sie einfach beruhigt werden möchten – kommen Sie vorbei.
Lieber einmal zu viel nachfragen als ein Warnsignal übersehen. In meiner Praxis bin ich für Sie da – auch bei Unsicherheiten rund um den Geburtstermin und die Schwangerschaftswoche.
Sie möchten Ihren Geburtstermin berechnen lassen oder haben Fragen zur Schwangerschaftswoche? In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst nehme ich mir Zeit für eine genaue Bestimmung per Ultraschall.
Sprechzeiten
Mittwoch: 16:00 – 20:00 Uhr
Samstag: 8:00 – 12:00 Uhr
und nach Vereinbarung
Dr. med. Marcus Fischdick
Föhrenhang 14a
14552 Michendorf
Termine nach Vereinbarung
Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Geburtstermin
Haben Sie weitere Fragen zum Geburtstermin?
Ich berate Sie gerne persönlichDieser Ratgeber dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose. Die hier bereitgestellten Informationen sind sorgfältig recherchiert, können jedoch eine individuelle medizinische Betreuung nicht ersetzen. Bei gesundheitlichen Beschwerden, Fragen zum Geburtstermin oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder eine Ärztin Ihres Vertrauens.