PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) verständlich erklärt

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter – etwa jede 10. Frau ist betroffen. Trotzdem wird PCOS oft spät oder gar nicht diagnostiziert.

In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst nehme ich mir Zeit für eine gründliche Diagnostik und individuelle Beratung. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen ersten Überblick über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Typische Symptome von PCOS

PCOS äußert sich sehr unterschiedlich. Nicht jede Frau hat alle Symptome – manche nur einzelne.

Zyklusunregelmäßigkeiten

Sehr lange Zyklen (> 35 Tage), seltene oder ausbleibende Periode (Oligomenorrhoe/Amenorrhoe). Oft fehlt der Eisprung.

Ausbleibende Periode

Die Periode kann monatelang ausbleiben – ein häufiges Erstsymptom, das oft erst nach Absetzen der Pille auffällt.

Hormonelle Akne

Persistierende Akne, besonders am Kinn, Kiefer und Rücken – verursacht durch erhöhte Androgene (männliche Hormone).

Haarausfall & Hirsutismus

Diffuser Haarausfall am Kopf (androgenetische Alopezie) oder vermehrter Haarwuchs im Gesicht, Brust oder Bauch (Hirsutismus).

Gewichtszunahme & Insulinresistenz

Viele Frauen mit PCOS kämpfen mit Gewichtszunahme (v.a. Bauchfett) und Insulinresistenz – ein Teufelskreis, der die Symptome verschlimmert.

Kinderwunschprobleme

Durch fehlenden oder seltenen Eisprung wird eine Schwangerschaft erschwert. PCOS ist eine der häufigsten Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch.

Wichtig: Nicht alle Symptome müssen vorhanden sein. Manche Frauen haben nur einzelne Beschwerden, andere mehrere gleichzeitig. Eine ärztliche Abklärung bringt Klarheit.

Ursachen & hormonelle Zusammenhänge

Erhöhte Androgene (Hyperandrogenämie)

Bei PCOS produzieren die Eierstöcke zu viele männliche Hormone (Testosteron, Androstendion). Diese führen zu Akne, Haarausfall und Hirsutismus. Gleichzeitig wird der Eisprung unterdrückt – ein zentrales Problem bei PCOS.

Insulinresistenz

Etwa 70% der Frauen mit PCOS haben eine Insulinresistenz: Der Körper reagiert nicht mehr richtig auf Insulin, wodurch der Blutzuckerspiegel steigt. Hohe Insulinwerte regen die Eierstöcke an, noch mehr Androgene zu produzieren – ein Teufelskreis.

Folgen: Gewichtszunahme (v.a. am Bauch), Heißhunger, erhöhtes Diabetes-Risiko und verschlechterte Symptome.

Zyklusstörung & fehlender Eisprung

Durch die hormonellen Ungleichgewichte bleibt der Eisprung aus (Anovulation) oder findet nur selten statt. Die Follikel reifen nicht richtig – im Ultraschall zeigen sich viele kleine, unreife Bläschen („perlschnurartige" Eierstöcke), die dem Syndrom den Namen gaben.

Hinweis: Die genauen Ursachen von PCOS sind noch nicht vollständig erforscht. Es wird von einer genetischen Veranlagung ausgegangen, die durch Lebensstilfaktoren (Ernährung, Stress, Bewegung) beeinflusst wird.

PCOS & verwandte hormonelle Themen

Warum wird PCOS erst nach der Pille entdeckt?

Die Pille unterdrückt den natürlichen Zyklus und „maskiert" PCOS-Symptome. Nach dem Absetzen kommt der eigene Zyklus zum Vorschein – oft zeigt sich dann erst, dass PCOS vorliegt. Umso wichtiger ist eine gründliche Diagnostik.

PCOS und Kinderwunsch

PCOS ist eine der häufigsten Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch – aber auch gut behandelbar.

Eisprungproblematik

Ohne Eisprung keine Befruchtung. Bei PCOS bleibt der Eisprung häufig aus oder findet nur sehr unregelmäßig statt. Das macht es schwerer, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen – aber nicht unmöglich.

Zyklusregulation

Ziel der Behandlung ist es, den Eisprung wieder anzuregen. Oft helfen bereits Lebensstiländerungen (Gewichtsreduktion, Bewegung, Ernährung) oder Medikamente wie Metformin, Clomifen oder Letrozol.

Gute Nachrichten: Schwanger werden mit PCOS ist möglich

Mit der richtigen Diagnostik und Behandlung können die meisten Frauen mit PCOS schwanger werden. In meiner Kinderwunsch-Sprechstunde analysiere ich Ihren Zyklus, führe eine Hormondiagnostik durch und begleite Sie auf dem Weg zur Schwangerschaft.

Tipp: Zyklustracking (z.B. per App, Basaltemperatur oder Ovulationstests) kann helfen, den Eisprung zu erkennen – wenn er stattfindet. Das erhöht die Chancen auf eine Schwangerschaft deutlich.

Diagnostik in meiner Privatpraxis

Eine fundierte PCOS-Diagnostik braucht Zeit, Sorgfalt und individuelle Betrachtung.

1

Ausführliche Anamnese

Wir besprechen Ihre Symptome, Ihren Zyklus, Ihre Lebensgewohnheiten, Gewichtsverlauf und Familienanamnese. Auch frühere Hormonbefunde oder Pilleneinnahme sind relevant.

2

Gynäkologischer Ultraschall

Per vaginalem Ultraschall beurteile ich Ihre Eierstöcke: Zeigen sich viele kleine Follikel („Perlschnur")? Wie groß sind die Ovarien? Wie ist die Gebärmutterschleimhaut?

3

Hormondiagnostik (Blutabnahme)

Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über wichtige Hormonwerte:

  • LH und FSH: Verhältnis oft erhöht bei PCOS
  • Testosteron, Androstendion, DHEA-S: Androgene erhöht?
  • Östradiol, Progesteron: Zeichen für Eisprung?
  • Nüchternblutzucker, HbA1c, Insulin: Insulinresistenz?
  • TSH: Schilddrüse ausschließen
4

Individuelle Therapieoptionen

Nach der Diagnostik besprechen wir gemeinsam die Behandlung: Lebensstil, Ernährung, Nahrungsergänzung, Medikamente (Metformin, Inositol, Mönchspfeffer) oder Hormontherapie – je nach Ihrer Situation und Ihren Zielen (z.B. Kinderwunsch).

Keine Heilversprechen: PCOS ist nicht „heilbar", aber sehr gut behandelbar. Ziel ist es, Symptome zu lindern, den Zyklus zu regulieren und Folgeerkrankungen (Diabetes, Herzerkrankungen) vorzubeugen.

Wann sollte ich PCOS ärztlich abklären lassen?

Ein Termin ist sinnvoll, wenn Sie:

  • Seit mehreren Monaten eine unregelmäßige oder ausbleibende Periode haben
  • Nach dem Absetzen der Pille keinen regelmäßigen Zyklus bekommen
  • Unter hartnäckiger Akne, Haarausfall oder vermehrter Körperbehaarung leiden
  • Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden
  • Unerklärliche Gewichtszunahme oder Probleme beim Abnehmen haben

In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst nehme ich mir Zeit für Ihre Diagnostik und Beratung – ohne Zeitdruck.

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Medizinischer Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung oder Beratung. Für eine individuelle Diagnose und Therapie vereinbaren Sie bitte einen Termin in meiner Praxis.

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