Schwangerschaft 27. Juni 2026 Dr. med. Marcus Fischdick

Auffälliger Ultraschall oder NIPT: Sie müssen diese Entscheidung nicht allein treffen

Couple looking concerned at ultrasound image during consultation with healthcare provider, with checklist visible

Für die meisten werdenden Eltern gehört die Schwangerschaft zu den schönsten Zeiten ihres Lebens. Umso größer ist der Schock, wenn bei einer Ultraschalluntersuchung oder einem nichtinvasiven Pränataltest (NIPT) plötzlich eine Auffälligkeit festgestellt wird.

Von einem Moment auf den anderen entstehen Ängste, Unsicherheit und unzählige Fragen. Viele Eltern fühlen sich, als würde ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen.

Als Frauenarzt ist es mir wichtig, Ihnen in einer solchen Situation eines zu sagen: Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen.

Was ist der NIPT?

Der nichtinvasive Pränataltest (NIPT) ist eine Blutuntersuchung der Mutter, mit der Hinweise auf bestimmte Chromosomenveränderungen beim ungeborenen Kind gewonnen werden können.

Dazu gehören unter anderem:

T21

Trisomie 21
(Down-Syndrom)

T18

Trisomie 18

T13

Trisomie 13

Der Test liefert keine endgültige Diagnose. Er zeigt lediglich an, ob ein erhöhtes Risiko besteht. Auffällige Ergebnisse müssen daher durch weitere Untersuchungen bestätigt werden.

Ein auffälliger Befund ist noch keine endgültige Diagnose

Ein besonders wichtiger Punkt wird häufig übersehen:

Weder ein auffälliger NIPT noch ein auffälliger Ultraschall bedeuten automatisch, dass Ihr Kind tatsächlich betroffen ist.

In vielen Fällen folgen weitere Untersuchungen, um den Befund genauer einzuordnen. Erst danach lässt sich beurteilen, ob tatsächlich eine Erkrankung oder Chromosomenveränderung vorliegt.

Deshalb ist es wichtig, zunächst Ruhe zu bewahren und keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen.

Warum diese Situation für Eltern so belastend ist

Viele Eltern berichten, dass sie sich nach einem auffälligen Befund wie gelähmt fühlen.

Plötzlich stehen Fragen im Raum, mit denen sich vorher kaum jemand beschäftigt hat:

„Ist mein Kind wirklich krank?"
„Welche Auswirkungen hätte die Diagnose?"
„Wie sicher sind die Untersuchungsergebnisse?"
„Welche Möglichkeiten gibt es jetzt?"
„Wie treffen wir die richtige Entscheidung?"

Es gibt auf viele dieser Fragen keine einfachen Antworten. Und genau deshalb brauchen Eltern Zeit, verständliche Informationen und eine einfühlsame Begleitung.

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Beratung gehört genauso dazu wie die Diagnostik

Pränataldiagnostik endet nicht mit einem Untersuchungsergebnis. Ebenso wichtig ist die ausführliche Beratung.

Dazu gehört unter anderem:

  • Erklärung der Befunde
  • Einordnung der Aussagekraft
  • Besprechung weiterer Untersuchungen
  • Information über mögliche Behandlungsoptionen
  • psychosoziale Unterstützung

Gerade wenn schwerwiegende Diagnosen im Raum stehen, sollten Eltern niemals unter Zeitdruck Entscheidungen treffen müssen.

Es gibt nicht den einen richtigen Weg

Jede Familie erlebt eine solche Situation anders.

Manche Eltern entscheiden sich dafür, die Schwangerschaft fortzuführen und sich bestmöglich auf das Leben mit einem besonderen Kind vorzubereiten.

Andere sehen sich aus persönlichen, medizinischen oder familiären Gründen nicht in der Lage, diesen Weg zu gehen.

Als Frauenarzt sehe ich meine Aufgabe nicht darin, Entscheidungen vorzugeben. Meine Aufgabe ist es, medizinisch fundiert zu beraten, offene Fragen ehrlich zu beantworten und Eltern auf ihrem individuellen Weg zu begleiten.

Warum eine gute Aufklärung so wichtig ist

Die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik haben sich in den vergangenen Jahren erheblich erweitert. Das ist ein großer medizinischer Fortschritt. Gleichzeitig bedeutet mehr Diagnostik auch mehr Verantwortung.

Deshalb sollte jede werdende Mutter bereits vor einer Untersuchung wissen:

  • Was kann der Test überhaupt erkennen?
  • Welche Grenzen hat die Untersuchung?
  • Welche Konsequenzen könnten sich aus einem auffälligen Ergebnis ergeben?

Nur wer diese Fragen kennt, kann eine informierte Entscheidung treffen.

Sie müssen diese Situation nicht alleine bewältigen

Neben der medizinischen Betreuung gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Unterstützung.

Psychosoziale Beratungsstellen
Spezialisierte Pränatalzentren
Genetische Beratung
Selbsthilfegruppen
Psychologische Begleitung

Gerade in den ersten Tagen nach einer auffälligen Diagnose empfinden viele Eltern diese Unterstützung als große Hilfe.

Mein Rat als Frauenarzt

Ein auffälliger Befund während der Schwangerschaft gehört zu den belastendsten Situationen, die werdende Eltern erleben können.

Deshalb wünsche ich mir, dass sich niemand unter Druck gesetzt fühlt oder vorschnelle Entscheidungen trifft.

Nehmen Sie sich Zeit. Stellen Sie alle Fragen, die Ihnen wichtig sind. Holen Sie sich bei Bedarf eine zweite medizinische Meinung ein und nutzen Sie die vorhandenen Beratungsangebote.

Ganz gleich, welchen Weg Sie gemeinsam als Familie gehen – Sie verdienen eine respektvolle, verständliche und einfühlsame Begleitung.

Pregnant woman with hand on belly viewing laptop screen showing German text about finding the right midwife, in home office setting

Häufige Fragen zur Pränataldiagnostik

Über den Autor

Dr. med. Marcus Fischdick

Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst bei Potsdam nehme ich mir Zeit für Ihre individuellen Anliegen – persönlich, diskret und auf Basis aktueller medizinischer Erkenntnisse.

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