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Endometriose 12 Min. Lesezeit 2026

Endometriose verständlich erklärt

Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen – und dennoch wird sie oft erst spät erkannt. Viele Frauen leiden jahrelang unter starken Schmerzen, ohne zu wissen, dass eine behandelbare Erkrankung die Ursache ist.

Starke Regelschmerzen, chronische Unterbauchbeschwerden oder ein unerfüllter Kinderwunsch sind keine „Normalzustände", die Sie einfach hinnehmen müssen. Diese Symptome können auf Endometriose hinweisen.

In meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst nehme ich mir Zeit für eine gründliche Diagnostik. Eine frühe Abklärung kann Ihnen helfen, die richtige Behandlung zu finden und Ihre Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt, außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Diese Gewebeherde können an verschiedenen Stellen im Becken wachsen.

Häufige Lokalisationen von Endometriose

  • Eierstöcke
  • Eileiter
  • Bauchfell im Becken
  • Gebärmutterbänder
  • Darm
  • Blase
  • Douglas-Raum
  • Selten: Lunge, Narben

Entzündliche Prozesse

Die Endometrioseherde reagieren ähnlich wie die normale Gebärmutterschleimhaut auf die hormonellen Schwankungen im Menstruationszyklus. Sie wachsen, bluten und bauen sich ab – allerdings ohne Möglichkeit, das Blut nach außen abzuführen.

Dies führt zu Entzündungsreaktionen, Vernarbungen und Verwachsungen im Gewebe. Genau diese Prozesse verursachen die typischen Schmerzen und können auch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Chronischer Verlauf

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die in den meisten Fällen langfristige Betreuung benötigt. Sie beginnt oft schon in jungen Jahren, wird aber häufig erst Jahre später diagnostiziert. Mit den Wechseljahren bessern sich die Beschwerden meist, da die hormonelle Stimulation wegfällt.

Typische Symptome

Die Symptome der Endometriose können sehr unterschiedlich sein und hängen von der Lokalisation und dem Ausmaß der Erkrankung ab. Manche Frauen haben kaum Beschwerden, während andere stark beeinträchtigt sind.

Starke Regelschmerzen

Das häufigste Symptom sind sehr starke, krampfartige Schmerzen während der Periode (Dysmenorrhoe). Diese Schmerzen sind oft stärker als „normale" Regelschmerzen und können so stark sein, dass der Alltag nicht mehr zu bewältigen ist.

Mehr zu starken Regelschmerzen

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) sind ebenfalls typisch, besonders wenn Endometriose im Douglas-Raum oder an den Gebärmutterbändern vorliegt. Dies kann die Partnerschaft stark belasten.

Chronische Unterbauchschmerzen

Viele Betroffene leiden unter dauerhaften oder immer wiederkehrenden Schmerzen im Unterbauch – auch unabhängig von der Periode. Zusätzlich können Rückenschmerzen, Beschwerden beim Stuhlgang oder Wasserlassen auftreten.

Unerfüllter Kinderwunsch

30–50% der Frauen mit Endometriose haben Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Die Erkrankung kann die Eileiter verkleben, die Eierstockfunktion beeinträchtigen oder die Einnistung der Eizelle erschweren.

Mehr zu Kinderwunsch

Wichtig: Nicht alle Frauen mit Endometriose haben starke Schmerzen. Manche haben nur leichte Beschwerden oder entdecken die Erkrankung erst bei Untersuchungen wegen eines unerfüllten Kinderwunschs.

Zusammenhang mit Hormonen

Endometriose ist eine hormonabhängige Erkrankung. Die Endometrioseherde reagieren auf die zyklischen Schwankungen der weiblichen Geschlechtshormone – besonders Östrogen und Progesteron spielen eine zentrale Rolle.

Zyklusabhängigkeit

Während des Menstruationszyklus wachsen die Endometrioseherde unter dem Einfluss von Östrogen und bauen sich – ähnlich wie die Gebärmutterschleimhaut – wieder ab. Da das Blut und Gewebe nicht wie bei der normalen Periode abfließen kann, entstehen Entzündungen und Schmerzen.

Deshalb verschlimmern sich die Symptome oft während der Periode oder in den Tagen davor. Viele Betroffene berichten auch von einer Verstärkung der Beschwerden zum Eisprung hin.

Progesteronveränderung und Östrogendominanz

Bei vielen Frauen mit Endometriose findet sich ein relatives Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron. Ein Progesteronmangel kann das Wachstum der Endometrioseherde begünstigen.

Progesteron wirkt normalerweise hemmend auf das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Ist zu wenig Progesteron vorhanden, kann Östrogen seine wachstumsfördernde Wirkung stärker entfalten – auch auf die Endometrioseherde außerhalb der Gebärmutter.

Rolle von Östrogen

  • Fördert Wachstum der Endometrioseherde
  • Verstärkt Entzündungsprozesse
  • Beeinflusst Schmerzempfinden

Rolle von Progesteron

  • Wirkt wachstumshemmend
  • Reduziert Entzündungen
  • Bei Mangel: verstärkte Symptome

Diagnostik

Die Diagnose von Endometriose erfordert eine sorgfältige Untersuchung. In meiner Privatpraxis nehme ich mir Zeit, um Ihre Beschwerden genau zu analysieren und die richtigen diagnostischen Schritte einzuleiten.

Ausführliche Anamnese

Das Gespräch ist der wichtigste erste Schritt. Wir besprechen detailliert Ihre Symptome, deren zeitlichen Verlauf und den Zusammenhang mit Ihrem Zyklus.

  • Art und Intensität der Schmerzen
  • Zyklusabhängigkeit der Beschwerden
  • Begleitende Symptome (Verdauung, Blase)
  • Kinderwunsch und bisherige Schwangerschaften

Gynäkologische Untersuchung

Bei der Tastuntersuchung können manchmal verhärtete oder schmerzhafte Bereiche im kleinen Becken ertastet werden. Auch die Beweglichkeit der Gebärmutter gibt Hinweise auf mögliche Verwachsungen.

Ultraschalluntersuchung

Mit hochauflösendem Ultraschall können Endometriosezysten an den Eierstöcken (sogenannte „Schokoladenzysten") und größere Endometrioseherde gut dargestellt werden.

Allerdings lassen sich kleinere Herde oder Verwachsungen im Ultraschall oft nicht erkennen. Eine unauffällige Ultraschalluntersuchung schließt Endometriose also nicht aus.

Weiterführende Diagnostik

Je nach Befund können weitere Untersuchungen sinnvoll sein:

  • MRT: Bessere Darstellung tief infiltrierender Endometriose
  • Bauchspiegelung (Laparoskopie): Goldstandard zur sicheren Diagnose – Entnahme von Gewebeproben möglich
  • Hormonbestimmung: Überprüfung des Hormonstatus

Wichtig: Die endgültige Diagnose erfolgt oft erst durch eine Bauchspiegelung mit Gewebeentnahme. Allerdings kann bereits aufgrund der Symptome und des Ultraschallbefunds eine Therapie begonnen werden, wenn der Verdacht auf Endometriose besteht.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Endometriose richtet sich nach der Schwere der Symptome, dem Ausmaß der Erkrankung und Ihrem Kinderwunsch. In meiner Privatpraxis entwickle ich gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Therapieplan.

Schmerztherapie

Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR wie Ibuprofen) können akute Beschwerden lindern. Wichtig ist die richtige Dosierung und der rechtzeitige Beginn.

  • Akute Schmerzlinderung
  • Entzündungshemmende Wirkung
  • Begleitend zu anderen Therapien

Hormonelle Therapie

Hormone können das Wachstum der Endometrioseherde bremsen und Beschwerden deutlich reduzieren. Verschiedene Ansätze stehen zur Verfügung:

  • Gestagenpräparate (Pille, Hormonspirale)
  • GnRH-Analoga (temporäre Wechseljahre)
  • Individuelle Hormontherapie

Operative Maßnahmen

Bei ausgeprägter Endometriose oder unerfülltem Kinderwunsch kann eine Operation sinnvoll sein. Dabei werden die Endometrioseherde entfernt.

  • Laparoskopie (Bauchspiegelung)
  • Entfernung der Herde
  • Lösung von Verwachsungen

Ganzheitlicher Ansatz

Neben der medikamentösen und operativen Therapie können auch begleitende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Physiotherapie und Entspannungstechniken
  • Ernährungsumstellung (entzündungshemmend)
  • Psychologische Unterstützung bei Bedarf
  • Bewegung und Stressreduktion

Individuelle Therapie: Es gibt nicht DIE eine richtige Behandlung für alle. Gemeinsam finden wir heraus, welche Therapie für Sie am besten geeignet ist – unter Berücksichtigung Ihrer Beschwerden, Ihres Alters und Ihres Kinderwunsches.

Endometriose und Kinderwunsch

Endometriose ist einer der häufigsten Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch. Etwa 30–50% der Frauen mit Endometriose haben Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Doch wichtig ist: Endometriose bedeutet nicht automatisch Unfruchtbarkeit.

Einfluss auf die Fruchtbarkeit

Endometriose kann die Fruchtbarkeit auf verschiedene Weise beeinträchtigen:

  • Verklebte Eileiter: Verwachsungen können den Eitransport behindern
  • Beeinträchtigte Eierstockfunktion: Endometriosezysten können die Eizellreserve reduzieren
  • Entzündliche Umgebung: Erschwert Befruchtung und Einnistung
  • Hormonelles Ungleichgewicht: Kann den Eisprung beeinflussen

Individuelle Abklärung ist entscheidend

Bei Kinderwunsch und Verdacht auf oder bestätigter Endometriose ist eine umfassende Diagnostik wichtig. In meiner Privatpraxis führe ich folgende Untersuchungen durch:

Hormonstatusbestimmung

Überprüfung der Fruchtbarkeitshormone – mehr zum Hormonstatus

Ultraschalluntersuchung

Beurteilung der Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter

Beratung zur weiteren Vorgehensweise

Operative Sanierung oder direkt reproduktionsmedizinische Maßnahmen?

Gute Aussichten

Viele Frauen mit Endometriose werden auch ohne Behandlung schwanger. Nach operativer Entfernung der Endometrioseherde steigen die Schwangerschaftsraten oft deutlich an.

Zeitfaktor beachten

Bei Endometriose und Kinderwunsch sollten Sie nicht zu lange warten. Eine frühzeitige Abklärung und gegebenenfalls Behandlung erhöht die Chancen auf eine Schwangerschaft.

Wenn Sie Endometriose haben und schwanger werden möchten, besprechen wir gemeinsam alle Möglichkeiten – von konservativen Maßnahmen bis hin zur Zusammenarbeit mit Kinderwunschzentren.

Mehr zum Thema Kinderwunsch

Termin & Kontakt

Sie möchten Ihre Beschwerden abklären lassen oder haben Fragen zur Endometriose? Vereinbaren Sie einen Termin in meiner Privatpraxis in Wilhelmshorst.

Adresse

Privatpraxis
Dr. Marcus Fischdick

Potsdamer Chaussee 16
14552 Wilhelmshorst

Telefon

033205 46061

Sprechzeiten

Mittwoch
16:00 – 20:00 Uhr

Samstag
8:00 – 12:00 Uhr

Termine nach Vereinbarung

Häufig gestellte Fragen zu Endometriose

Medizinischer Hinweis

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information über Endometriose und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung oder Beratung. Bei Verdacht auf Endometriose oder konkreten Beschwerden vereinbaren Sie bitte einen Termin in meiner Privatpraxis.

Zusammenhänge in der Frauenheilkunde

Endometriose ist eine komplexe Erkrankung, die mehrere Bereiche der Frauengesundheit betrifft. Sie steht häufig in Verbindung mit einem unerfüllten Kinderwunsch, da die Erkrankung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Hormonelle Faktoren spielen bei Entstehung und Verlauf eine zentrale Rolle, weshalb ein Verständnis für Hormone und den Zyklus wichtig ist. Gelingt trotz Endometriose eine Schwangerschaft, ist eine engmaschige Begleitung sinnvoll, weswegen unsere Informationen zur Schwangerschaft relevant sein können. Ausführliche Informationen zur spezialisierten Betreuung finden Sie auf unserer Seite zur Endometriose-Diagnostik und Betreuung.

Behandlung in meiner Privatpraxis

In meiner Privatpraxis biete ich eine spezialisierte Diagnostik und Behandlung von Endometriose an. Ich nehme mir ausreichend Zeit für eine gründliche Anamnese und gezielte Untersuchungen, um Endometriose frühzeitig zu erkennen und eine individuelle Therapie zu planen. Dabei arbeite ich eng mit spezialisierten Zentren zusammen und begleite Sie kontinuierlich auf Ihrem Behandlungsweg. Mein Ziel ist es, Ihre Schmerzen zu lindern, Ihre Lebensqualität zu verbessern und Sie bei einem möglichen Kinderwunsch zu unterstützen. Weitere Informationen zur Behandlung finden Sie hier.